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Autoaufzüge

Der Carlofts-Song

Die Reichenberger Straße in Berlin-Kreuzberg-SO36 hat sich stark verändert in den letzten Jahren. Zwischen Grillschwaden, Elektroklängen, Bürokommunen und Dönerläden tobt hier ein Kulturkampf um die Nutzung und Symbolik dieses legendären Kiezes. Das Lied Autoaufzüge erzählt die wahre Geschichte dieser Straße aus der Sicht eines direkt Betroffenen...

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NEU: Spanische Version von Raul Kabok

HERZKASPER - Autoaufzüge auf der Reichenberger Straße

Autoaufzüge auf der Reichenberger Straße (HERZKASPER)

F Bb F Dm C Bb Fsus F

Der Tag geht vorbei, wie Vorhang fällt die Nacht, auf den Asphalt tropft der Regen
Hier steh ich nun, kann nichts mehr tun, und warte auf den Morgen

Dm C Bb F Bb C4

Zwei Straßen weiter ist es gescheh'n, ein Feuerball im Handumdreh'n
ich mach mir große Sorgen

Tremolo Dm Bb C

Dunkle Gestalten mit schwarzen Kapuzen
kommen auf mich zu, vorbei ist die Ruh
Nebenan ein Benz - da brennt's! Glück gehabt diesmal. Vielleicht ich morgen?

Und meine Alufelgen, die weinen, ich bin in Kreuzberg so allein
dabei hab ich doch Katalysator, Seitenairbag, Knautschzonen, Rußfilter
was kann an mir denn böse sein?

Nein, dies ist nicht Grunewald, dies ist kein ruhiges Hinterland
sie setzen die ganzen Straßen in Brand
ich dachte das passiert nur in der Walpurgisnacht
dahoam ham's dös zuletzt 1918 g'macht

Autoaufzüge auf der Reichenberger Straße
5. Etage, New-Economy-Blase

Hier bin ich sicher, hier kann mir niemand was tun
ich werd nach oben gebracht und kann neben Herrchen ruh'n
Und muss nicht neben solch normalen Autos parken,
so stinkende Renaults und andere Billigmarken
ganz zu schweigen von dem ekligen Dönergeruch, der meine Ledersitze versifft

A auf der R, 6. Etage, New-Economy-Blase

Hier oben auf der Dachterasse ist's sogar im Winter nett
Herrchen bestellt uns Sushi über Blackberry und Internet
Denn so tödlich wie heute war die Straße noch nie
Gated Community! Gated Community!
Und mein Chrom strahlt von hier oben auf den Paul Linke Boulevard...

Wir werden immer mehr, wir dominieren den Verkehr
wir brauchen zwei Parkplätze für uns allein
wir schaffen hier kleine Inseln, lassen niemand
mit Hartz IV mehr rein

A auf der R, 7. Etage, New-Economy-Blase

Gentrification, ein hässliches Wort
dabei wird das hier endlich ein lebenswerter Ort
A für alle die hier wohnen
A, damit sich die Penthäuser lohnen
muss man seinen Kinderwagen nicht mehr all die Stufen tragen
muss man seine Blagen nicht mehr mit der BVG zur internationalen Schule in Rudow jagen

Nur der Dönermann an der Ecke, der darf hier noch bleiben
wir sind ja nicht so, Toleranz mit vier Geigen

Nur was schade dabei ist: Wenn die ganzen Künstlertypen und Musiker wegziehn hier
was ham die denn gegen Autoaufzüge?
Die sind ja nur sauer, weil die selbst kein Auto ham, und sich so einsam fühlen,
wenn sie mit ihrem klapprigen Fahrrad in dem riesigen Autoaufzug allein in ihre Zweiraumwohnung fahrn
Da fühl'n die sich so leer dabei, und merken dass sie mit Anfang 30 immer noch nichts geschafft ham im Leben
Das nehmen die uns dann übel!
Dann sollen die halt nach Brandenburg rausgehen, in große Haufen, die sie Kommune nennen
Und da dürfen dann keine Porsches reinfahren. Und falls doch mal einer kommt,
dann nennen sie's Umweltkatastrophe und der wird dann vielleicht angezündet,
genau wie meine Brüder und Schwestern auf der

R, 9. Etage, New-Economy-Blase, sur les pavés la plage
R, 11. Etage, New-Economy-Blase, ein Jahreslohn Maklercourtage
A auf der R